Inkrementelle Rohrumformung


Technologie . Die neue Leichtigkeit bei der Bearbeitung höchstfester Werkstoffe

Die neue Leichtigkeit bei der Bearbeitung höchstfester Werkstoffe

Stärker, wirtschaftlicher, effizienter. Unsere Welt dreht sich immer schneller. In vielen industriellen Bereichen werden immer höhere Anforderungen gestellt. Und das ist auch gut so. Schließlich gibt es nichts Spannenderes als Technologien zu revolutionieren und damit den Fortschritt voranzutreiben. Am besten gemeinsam.

Wo Wissenschaft und Praxis sich begegnen, da passiert oft Großes. Manchmal entstehen sogar neue Verfahren, die den so inflationär verwendeten Begriff „Innovation“ tatsächlich verdient haben. Weil sie weltweit etwas absolut Neues möglich machen. Bei unserer zukunftsweisenden Zusammenarbeit mit dem Institut für Umformtechnik und Leichtbau der Technischen Universität Dortmund ist genau so etwas entstanden: die Inkremen­telle Rohr­umformung.

Dabei handelt es sich um die schrittweise Umformung an einem Rohr­ende oder eines Rohres, die erstmals die Bearbeitung von hochfesten und höchstfesten Werkstoffen ermöglicht. Dies revolutioniert die Fertigung speziell dort, wo gerade Rohre zum Einsatz kommen, die immer extremer umgeformt werden.

Leichter und stabiler

Eine Gewichtsreduzierung im Automobilbau lässt sich so mit der Inkrementellen Rohrumformung effektiv umsetzen. Aber auch viele andere, unterschiedlichste Produkte, die mit unserem neuartigen Verfahren hergestellt werden, sind viel stärker belastbar und wesentlich leichter. Es liegt auf der Hand, dass dies einen entscheidenden technischen Vorteil in hart umkämpften Weltmärkten bedeutet. Auch bei der Ressourceneffizienz kann sich unsere Neuentwicklung sehen lassen. Denn Material wird damit bei der Fertigung in erheblichem Maß eingespart.

Optimal vorbereitet für nachfolgende Prozesse

Wo herkömmliche Umformverfahren bei den meisten hochfesten Werkstoffen überfordert sind, formt die transfluid®-Maschine Rohre aus solchem Material rotationssymmetrisch partiell um. Damit sind sie für nachfolgende Prozesse bestens vorbereitet.

So ein nachfolgender Prozess kann zum Beispiel das Hydroformen sein. Mittels der Inkrementellen Umformung wird dann hier ein Rohr mit verschiedenen Durchmessern und unterschiedlichem Wandstärkenverlauf vorgeformt. Sehr wichtig für das Hydroformen ist, dass es im lokal reduzierten Rohrbereich keine Veränderung der Wandstärke gibt.

Einige Vorteile im Überblick

  • Hoch- und höchstfeste Werkstoffe können kalt umgeformt werden
  • Biegeradien und Freiformradien können ohne jegliche Rückfeder­ung mit höchster Genauigkeit im laufenden Prozess geformt werden
  • Eine geringe Ovalität des Bogens kann bei minimaler Wandstärkenschwächung erzielt werden

Verbesserung der Werkstoffeigenschaften

Der rollierende Prozess erlaubt auch eine definierte Einstellung der Oberfläche. Unter Umständen verbessern sich dabei sogar die Eigenschaften des Werkstoffs. Unsere Rohrumformmaschine ist dafür mit einer einfachen Biegevorrichtung ausgestattet. Sie biegt das umgeformte Rohr mit geringem Kraftaufwand. Durch die rotatorische Umformung wird der Werkstoff plastifiziert. Rohre können so gleichzeitig ohne Dorn mit relativ engen Radien gebogen werden. Der erreichte Biegewinkel ist annähernd identisch mit dem geschalteten Winkel der Biegemaschine, weil das Rohr aufgrund des überlagerten Prozesses nur minimal zurückfedert.

Mit unserer neuen Technologie der Inkrementellen Rohrumformung bieten wir die Option zur Bearbeitung solcher bedarfsgerecht hergestellten Rohre (tailor tubes) bis zu einem Durchmesser von 90 mm. Völlig neue Dimensionen der Rohrbearbeitung und damit auch der Produktgestaltung werden möglich. Die Zukunft bleibt spannend. Wir freuen uns mit Ihnen gemeinsam darauf.